Samstag, 8. März 2008

Benedikt

Moin Moin,

ich war unterwegs zur Besinnung. In einem alten Benediktinerkloster Bursfelde - 3 Tage - Benedikt for Management. Mein Konzern tut etwas für mich. Ich hatte mir die Tage im Kloster gewünscht. Die gewonnenen Erkenntnisse sind mir nicht neu - an einiges wurde ich neu erinnert. Das Hamsterrad einiger Kollegen kenne ich nicht. Irgendwann habe ich mich unbewusst bewusst gemacht, das darf es nicht sein. Ich bin mit hohem Einsatz im Konzern. Mein eigener Anspruch an meine eigene Arbeit ist sehr hoch. Ein Hamsterrad darf es nicht sein. Einiges Neue habe ich aus dem Kloster mitgenommen. Viele der Fragestellungen sind mir bewusst. Meine allgegenwärtige Frage "Was ist wirklich wichtig?" wurde im Kloster anders herum formuliert "Was muss passieren, damit mir der Boden unter den Füßen zusammenbricht?". Diese Umkehrung trifft es noch viel präzisier!

Ich habe mich drei Tage mit meiner Sinnfrage und der Frage nach meinen Bedürfnissen beschäftigt. Die Tage hatten eine herrliche Ruhe. Die Stadt war heute morgen unglaublich laut. Im Kloster gab es Morgenritual, Mittagsritual, Besinnung beim Abendgebet, Nachtritual. Ich habe es gestern abend wirklich vermisst. Zuhause ist es nicht das gleiche. Ich habe mir ein Abendritual überlegt. Ein Mann eine Tat - gestern abend, heute wieder. Erst wenn ich es 36 Mal gemacht habe, wird es zum Ritual werden. Ich habe mir ein Morgenritual im Büro vorgenommen. Das werde ich am Montag ausprobieren. Noch vor der ersten Gespräch, der ersten eMail, dem ersten Termin werde ich das den Regeln des heiligen Benedikt den zum Tag gehörende Regel lesen. Und ich habe mir vorgenommen einmal im Jahr für ein paar Tage in ein Kloster zu gehen. Besinnung und Selbstreflexion sind mir wichtiger geworden.

Das bringt sicher das Alter mit sich. Ich meine das ernst. Vor 20 Jahren hätte ich niemals an soetwas gedacht. Mit 43 und der Frage, was ich für mich Sinnvolles mit dem Rest meiner begrenzten Lebenszeit mache, empfinde ich die Frage als zentral. Das erste Bild im heutigen Blog könnte missverstanden werden, muss es aber nicht. Nein, ich bin kein gläubiger Mensch; manches nehme ich dennoch dankbar an.

"Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott." - Martin Luther

Das zweite Bild im heutigen Blog könnte ebenso missverstanden werden, muss es aber nicht. Nein, ein Auto ist kein Gott; ich fahre meinen EOS leidenschaftlich gerne. Es zeigt die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten.

++ Die Plage